NachGedacht

 

 

Warum ein Buchtipp über die Grundformen der Angst?

Beim Sortieren von Büchern geriet mir das Buch von Fritz Riemann in die Hände. Es ist Jahrzehnte her, daß ich es gelesen hatte - vieles von den damaligen Erkenntnissen ist in den Hintergrund geraten und irgendwie hatte ich das Gefühl - jetzt ist die Zeit dafür, noch einmal einen Blick hineinzuwerfen.

Ich weiß nicht, wie es Ihnen geht, doch ich brauche auf Fragen, die mich nicht loslassen Antworten oder zumindest hilfreiche Anregungen um meine eigenen Antworten zu finden, die dann auch stimmig sind.

Viele Menschen, die als psychisch krank klassifiziert wurden und denen ich täglich begegne sind Meister im Erklären ihrer Symptomatik und ihrer Erkrankung und belassen es bei einem - es ist eben so und ich nehme ja meine Tabletten.

Eine Art, mit dem Leiden umzugehen und ich habe gelernt das zu respektieren. Meiner Art entspricht diese Haltung nicht und so suche ich nach Erklärungen, die jedoch nicht gleichzeitig als Entschuldigung dienen.

Immer versuche ich in erster Linie mich selbst zu verstehen und gleichzeitig auch die Menschen, die mir begegnen oder mit denen ich vertraut bin. Darüber hinaus treibt mich wohl auch die zwiespältige Faszination die ich für das Mysterium Mensch an sich empfinde an, die mich seit ich begonnen habe zu denken nicht mehr losgelassen hat.

Letzens machte ich mir Gedanken über das Selbst-Bewußtsein an sich.

Fazit meiner Überlegungen war für mich - Selbstbewußtsein gründet in dem Erkennen - soweit dies möglich ist - der eigenen Potentiale und Verletzungen, dem Wissen um die eigenen Bedürftigkeiten und den Stellen, wo es an Befriedigung mangelt. Darüber hinaus das Gefühl für die eigenen Erwartungen an sich selbst, das Wissen um Fähigkeiten und deren Grenzen.

Das bildet einen guten Boden, auf dem man stehen und aufbauen kann. Die innere Gefestigkeit um dem Anderen gegenüber zu treten und Kontakt aufzunehmen.

Und gerade zu diesem Thema - so empfinde ich es zumindest - gibt Riemann aufschlußreiche Hilfestellungen.

Dabei kommt mir der Satz in den Sinn - ein gutes Buch liest man mehr als nur einmal .....



Die kleinen Geschenke, die das Leben macht

Es war einer der vergangenen heiß-drückenden Tage, die ich nach langer Warterei heilfroh war im verspäteten Zug zumindest einen Stehplatz zu finden. Dröhen im Kopf, schwere Beine, die mich in Richtung China mitten durch den Erdkern zu ziehen schienen und die fehlende Luft in dem stickigen Abteil. Wieder einmal ging die Klimaanlage nicht.

Es dauerte einge Zeit, da ich mich in der Situation eingefunden hatte und mich zu entspannen begann. Mein schweifender Blick blieb an einer zierlichen Dame direkt vor mir auf dem Sitzplatz haften und magisch zog mich der Titel ihres Buches an - Empathie. Das Leitthema unserer nächsten Ausgabe und aus diesem Grund besonders in meinen Hirnwindungen verhaftet.

Die Zugfahrt verlief - wie meist schleppend. Als ich mich nach der nächsten Station aufatmend neben die Dame setzen konnte, zögerte ich nicht lange und sprach sie auf das Buch an. Eigentlich hatte ich Abwehr erwartet - wer redet heute noch mit einem der Mitfahrenden, ohne daß man sein Gegenüber nicht kennt? Doch ich stieß auf Zu-Wendung und so kamen wir ins Gespräch - ein echtes Gespräch inmitten des Lärms, der aufflackernden Unruhe, des Piepsen diverser Smartphones und anderen unumgänglichen Geräuschen.

Meine Müdigkeit verflog und in mir kehrte eine wohltuende Ruhe ein - solch eine Begegnung, die ein miteinanderreden können, die gegenseitige Zuwendung und eine gewisse natürliche Vertraulichkeit mit sich bringt ist einer der schönen Momente, die das Leben zu schenken vermag.

Und das ist es eigentlich worauf es ankommt - Momente, die uns tragen und beseelen. Und in der Erinnerung dann greifbar werden, wenn alles um uns verdunkelt.

In unserer aktuellen Ausgabe haben wir einen Artikel über die Freiheit über das eigene Leben selbst zu entscheiden und dies in aller Konsequenz. Mit anderen Worten - jeder Mensch sollte auch über die eigene Lebenszeit selbstverantwortlich entscheiden können. Da die Diskussionen und Debatten  über die Sterbehilfe immer mal wieder entflammen, das Thema an sich aber mit einem Tabu befrachtet ist, so ist hier Raum für Ihre Gedanken dazu, Ihre Meinung und hoffentlich eine Diskussion.

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